Mit dem Semesterticket nach Oppenheim

29.07.2017
Freizeit
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Der Marktplatz und das Rathaus in Oppenheim.

Der Uhrturm in Bahnhofsnähe.

Eines von vielen Fachwerkhäusern in der Oppenheimer Altstadt.

Die Katherinenkirche.

Die Katherinenkriche im Miniaturformat.

Das Beinhaus an der Katharinenkirche.

Der Ruprechtsturm auf dem Weg zur Landskrone.

Die Burgruine Landskrone.

Die Aussicht von der Landskrone.

Auch in der Hausarbeitenphase sollte ab und zu Zeit für eine Verschnaufpausen bleiben. Ideal dafür ist eine Fahrt in das nicht weit entfernte Oppenheim. Wir berichten, wieso sich ein Ausflug lohnt.

Anfahrt 

Oppenheim ist von Mainz aus leicht mit dem Zug zu erreichen. Unter der Woche fährt die Regionalbahn RB 44 zweimal, am Wochenende einmal die Stunde in die Rheinhessische Kleinstadt. Die Fahrt dauert nur knapp 20 Minuten. Wer Lust auf eine "Bustour" durch Rheinhessische Ort- und Landschaften hat, kann aber auch an Wochentagen vom Hauptbahnhof aus mit der Buslinie 652 fahren. Hier dauert die Fahrt allerdings etwas über einer Stunde.  

Natur und historische Altstadt 

Am Oppenheimer Bahnhof angekommen gibt es zwei Möglichkeit: Entweder man läuft in Richtung Altstadt, in der es einige Sehenswürdigkeiten zu bestaunen gibt,  oder man macht sich auf in Richtung Oppenheimer Wäldchen und Rheinufer, um bei einem Waldspaziergang oder am Oppenheimer Strand zu entspannen. Entscheidet man sich für die Altstadt, geht es von der Bahnhofsstraße aus zur Uhrturmstraße, wo auch schon die erste Sehenswürdigkeit wartet. Hier steht, wie der Straßenname schon vermuten lässt, der Oppenheimer Uhrturm. Er wurde vor circa 150 Jahren erbaut und diente sowohl der Angabe der Tageszeiten als auch als Aussichtsplattform für die Oppenheimer Feuerwehr.  

Vom Uhrturm aus geht die Reise weiter in die Mainzer Straße. Hier zeigt sich der Charme der Oppenheimer Altstadt: Denn in den schmalen Oppenheimer Altstadtgassen wie der Mainzer Straße reihen sich historische Wohnhäuser, wie zum Beispiel alte Fachwerkhäuser, aneinander. Diese können auf dem Weg Richtung Marktplatz und Rathaus bestaunt und fotografiert werden. Einkaufsmöglichkeiten gibt es hier nur wenige, doch wer Lust auf einen Kaffee oder einen Imbiss zur Stärkung für die restliche Tour hat wird hier fündig. Läuft man die Mainzer Straße bergauf entlang geht diese nach wenigen Minuten rechts in die Krämerstraße über von wo aus sich die nächsten Ausflugziele erreichen lassen.  

Marktplatz und Katharinenkirche  

Im Herzen der Altstadt befinden sich der Marktplatz mit Rathaus sowie das bekannte Wahrzeichen der Stadt, die Katharinenkirche. Rund um den Marktplatz gibt es Cafés und Restaurants, die zum Verweilen im Schatten des Rathauses einladen. Dort findet man auch das Oppenheimer Stadtmuseum, in dem man sich kostenlos über die Geschichte der Stadt informieren kann sowie im selben Gebäude die Touristeninformation. Hinter Marktplatz und Rathaus befindet sich die Katharinenkirche, die zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert erbaut wurde. Sie gilt als bedeutendster am Rhein liegender gotischer Sakralbau zwischen Köln und Straßburg. Bekannt ist sie vor allem wegen ihrer außergewöhnlich kunstfertig hergestellten Kirchenfenster, insbesondere die beiden Fenster der Südfassade, das sogenannte Lilienfenster und die Oppenheimer Rose.  

Wer die Katharinenkirche besucht sollte nicht versäumen einen Blick "hinter" die Kirche zu riskieren. Läuft man nämlich einmal um sie herum gelangt man zur Michaeliskapelle, eine der größten Beinhäuser Deutschlands. Hier sind hinter einer Gittertür sichtbar die Schädel und Knochen verstorbener Oppenheimer aufgebahrt deren Gräber früher auf dem alten Kirchhof lagen.  

Bergauf zur Landskrone  

Von  der Katharinenkirche aus geht es zu einem weiteren Wahrzeichen der Stadt, der Burgruine Landskrone. Diese ist von der Katharinenkirche aus gut zu erreichen, der Weg dorthin ist ausgeschildert. Zuerst geht es bergaufwärts, vorbei am Ruprechtsturm, einem Aussichtsturm der auf den Grundmauern der mittelalterlichen Stadtbefestigung erbaut wurde, weiter durch ein kleines Wäldchen, bis die Landskrone erreicht ist.

Die Burg wurde im 15 Jahrhundert erbaut und hat eine bewegte Vergangenheit erlebt. Nachdem sie mehrfach zerstört und wieder aufgebaut wurde, thront heute noch ihre Ruine in den Weinbergen über Oppenheim. Von hier aus bietet sich ein fantastischer Ausblick über die umliegende Landschaft. Bei gutem Wetter ist Frankfurt, der Odenwald, Worms und auch Ludwigshafen sowie das Mannheimer Industriegebiet zu erkennen. Doch die Landskrone ist nicht nur Ausflugsort und beliebte Fotokulisse. Im Sommer finden hier die Oppenheimer Festspiele statt und jedes Jahr im Mai kommen Fans des dunklen Zeitalters bei einem Mittelaltermarkt auf ihre Kosten.  

Kellerlabyrinth 

Wer noch nicht genug von Oppenheim hat, kann an einer Führung durch das Oppenheimer Kellerlabyrinth teilnehmen. Dieses liegt unter der Altstadt, erstreckt sich über insgesamt 40 Kilometer und mehrere unterirdische Ebenen. Das Labyrinth wurde ab dem 14. Jahrhundert erbaut, um zusätzlichen Lagerplatz zu schaffen und die Stadt, die durch ihre Befestigung räumlich begrenzt war, zu vergrößern.

Nach dem zweiten Weltkrieg geriet ihre Existenz zeitweise in Vergessenheit, inzwischen wurde sie aber "wiederentdeckt" und für den Tourismus zugänglich gemacht. Die Führung kostet für Erwachsene 7,50 €  und muss vorher bei der Tourismus GmbH gebucht werden. Die Kontaktdaten hierfür finden sich auf der Homepage der Stadt.  

Fazit 

Wer Lust auf eine ausgedehnte Shoppingtour hat, oder durch und durch Großstadtmensch ist, ist in dieser Stadt vielleicht falsch. Oppenheim eignet sich allerdings sehr für Personen, die Interesse an historischen Sehenswürdigkeiten haben und sich gerne in einer ländlich geprägten Kleinstadt vom Mainzer Alltagstrubel erholen möchten.

Egal ob am Rhein, in der verwinkelten mittelalterlichen Altstadt, bei einem tollen Ausblick an der Landskrone oder in den Weinbergen – hier kann man die Seele baumeln lassen. Durch die geringe Entfernung zu Mainz bietet sich Oppenheim für spontane Besuche an.